Haiti, aus Spaß wurde Ernst... | Das Game "Earth 2" als Augenöffner! Corona-Urlaub

in DE-TravelFeed6 months ago

Das wir in Deutschland besonders glücklich sein können, hier zu leben, ist sicherlich den meisten bewusst. Allerdings macht man sich wenig Gedanken im Alltag darüber.
Ich habe begonnen auf der Seite Earth 2 die eine oder andere virtuelle Parzelle auf dem Planeten Erde zu kaufen die mir aus verschiedensten Gründen gut oder schön erschien.
Das Ergebnis war das mich die Orte weit über das Spiel hinaus interessierten.

Wie ich schon in meinem vorhergehenden Post: Earth 2 | Die ganze Welt virtuell kaufen und verkaufen erwähnt habe, kaufte ich Parzellen in Haiti genauer gesagt in Saint Marc auf Haiti. Die entwickeln sich auch ganz gut, nach wenigen Tagen hat sich der Wert um über 15% erhöht. Darum soll es aber hier nicht gehen.

Earth 2 hat diese wundervolle Eigenschaft die Realität mit einem Investment-Game zu verbinden. Wenn man ein Tile (Parzelle 100 qm) kauft sucht man fast automatisch auf realen Karten nach interessanten Spots die hoffentlich auch bei anderen Interesse auslöst (für den späteren Verkauf).
Ich wollte ein wenig genauer hinschauen und habe Wiki -einträge und Videos angeschaut.


Ein Traum, oder?
Einfache, niedrige Häuschen, viel grün, kein Großstadtlärm, die Vögel zwitschern, zumindest aus der Ferne alles gut und einladend.
Aber wie sieht es aus wenn man genauer hinschaut.


Ein völlig andere Welt aus dieser Perspektive. Eine Stadt mit 125000 Einwohnern, einem der wichtigsten Häfen in Haiti, ehemals französische Kolonie.
Das Leben spielt sich auf der Straße ab, das überleben sichert sich der Haitianer auf der Straße. Reisen werden aus Sicherheitsgründen in das Land nicht empfohlen, die Kriminalitätsstatistiken sind erschreckend.

Die schlechten Straßen, der Müll und Steine auf den Straßen sprechen Bände. Es gibt in Saint Marc kein Abwassersystem, es gibt auch kein fließendes Wasser. Aber hey, im Video ist immerhin ein Müllauto zu sehen und ein Mann steht da mit Besen.

image.png

Die Tatsache das Saint Marc in der Karibik liegt, hübscht das Bild irgendwie auf, allerdings sollte man dann besser keine Bilder vom Alltagsleben zeigen.
Eine großer Teil der Importe des Landes wird hier am Hafen entladen. Dieser ist aber eine einfache Betonfläche die in das Meer ragt, kein Zaun, kein Zoll, kein Containerhafen, alles Handarbeit. Das meiste das hier ankommt ist noch nicht einmal bestellt, es sind hauptsächlich Spenden aus den USA.

Es gibt hier viele Probleme wie schwere Erdbeben, schlimme Fluten die immer mit einer hohen Anzahl von Toten ausgehen. Regierung und Menschen mit Einfluss sind ein Synonym für Korruption. Bei Protesten in 2004 von Regierungsgegnern in Saint Marc hat der damalige Premierminister Yvon Neptune ein Massaker angeordnet mit 50 ermordeten Oppositionellen wofür er allerdings in den Knast wanderte.

Zu den Ureinwohnern auf Haiti konnte ich so gut wie nichts finden, es gab an der Stelle von Saint Marc vor der Entdeckung Amerikas ein indigenes Volk an gleicher Stelle. So wie es scheint ist aber deren Geschichte abrupt beendet worden und selbst auf der Wikipedia-Seite über Haiti ist die einzige Erwähnung der indigenen Einwohner ein Einfluss der indianischen Malerei in heutige Gemälde.

image.pngFähre auf Haiti

Inland von Haiti

Bewährtes Transportmittel "Der Kopf"

Fischerboote auf Haiti

Haiti ist ein Agrarland, 2/3 aller Einwohner leben davon, trotzdem müssen große Mengen Lebensmittel importiert werden weil der Wirtschaftszweig sehr ineffektiv ist. Exportiert wird wenig, Ausnahme ist z.B. Vertiveröl ein ätherische Öl, 50% der Weltproduktion kommt aus Haiti.
Der Anteil könnte noch größer sein doch scheitern viele Exporte des Produkts an fehlender inländischer Infrastruktur.

Tourismus ist bis auf eine einzige Ausnahme praktisch nicht existent. Eine Reederei hat eine Landzunge mit Hafen gepachtet auf dieser sie regelmäßig Landgänge mit einem Kreuzfahrtschiff organisiert. Die Landzunge ist vollkommen abgeschottet vom Rest des Landes. 6 US Dollar bezahlt die Reederei pro Tourist der ankommt und macht damit den Großteil aller Tourismus-einnahmen in Haiti aus.

Viele Menschen auf Haiti leben von Rücküberweisungen ihrer geflüchteten verwandten. Millionen Haitianer leben außerhalb des Landes, hauptsächlich aber in den USA. Auch heute noch starten praktisch täglich Nussschalen mit Flüchtlingen die nicht selten nirgendwo ankommen.
Man kann Videos auch aus Saint Marc finden wo "Retter in Nussschalen" verunglückte Flüchtlinge direkt vor der Küste aus dem Wasser fischen oder auch wieder zurück werfen wenn es zu spät ist. Solche Videos verlinke ich allerdings nicht und empfehle auch nicht sie zu sehen, sehr verstörende Bilder.

Labadee Beach, Landzunge gepachtet von einer Reederei für Kreuzfahrttouristen

Völlig unabhängig davon, das ich durch Earth 2 einen Ort gefunden habe der eher abschreckend und mitleiderregend ist, finde ich das Spiel Earth 2 sehr ansprechend und sinnvoll, motiviert es doch sehr die Stellen die man haben möchte besser kennen zu lernen.
Falls du dich dafür erwärmen kannst, empfehle ich dir beim Kauf von Parzellen immer einen Ref-Code zu nutzen um 5% Cash-Back zu erhalten.
Mein Ref-Code ist: A48BW5YI5K

Das war ein typischer Urlaub zu Corona-Zeiten!

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German is not my thing... but it looks like you had a great adventure over there! 😎

Haiti is certainly an adventure, not to say risky.
But it was a Corona-holiday which means I went on holiday to Youtube, Wikipedia etc. ;)
I became aware of the place through an investment game Earth 2 that has the nice feature of selling real places virtually.
!ENGAGE 15

Ah, I missed that. Lost in translation... or lack of thereof! 🤭

Thank you for your engagement on this post, you have recieved ENGAGE tokens.

Hört sich sehr interessant an.

Liebe Grüße Michael

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